Enzo Escoba: La Dolce Vita trifft auf Streetwear aus München
INTERVIEW | Italien im Herzen, München als Heimat: Enzo Escoba verbindet Streetwear und La-Dolce-Vita-Gefühl mit Bio-Baumwolle, langlebig gedachten Produkten und einem eigenen Rücknahmekonzept.

Enzo Escoba wurde 2017 mit der Idee gegründet, italienisches Lebensgefühl mit einem modernen, urbanen Stil zu verbinden. Die Marke versteht sich dabei nicht nur als Fashion-Label, sondern entwickelt sich zunehmend in Richtung Lifestyle-Marke mit engem Bezug zu München.
Im Interview spricht Gründer Fabio über die Idee hinter Enzo Escoba, italienisch inspirierte Designs, die Auswahl von Materialien und Produktionspartnern sowie über konkrete Maßnahmen wie den Einsatz von Bio-Baumwolle und den EE Fashion Circle, mit dem bereits getragene Enzo-Escoba-Produkte zurückgegeben werden können. Auch die Weiterentwicklung der Damenkollektion, Outerwear und neue Lifestyle-Produkte spielen eine Rolle.
LifeVERDE: Fabio, wie ist Enzo Escoba entstanden und welche Idee stand 2017 hinter der Gründung der Marke?
Fabio: Enzo Escoba ist 2017 aus der Idee entstanden, meine italienischen Wurzeln mit einem modernen, urbanen Lebensgefühl zu verbinden. Ich wollte keine klassische Modemarke gründen, sondern eine Marke schaffen, die dieses italienische Lebensgefühl mit einem bewussteren Umgang mit Mode verbindet, ohne dass dieser Aspekt optisch im Vordergrund stehen muss: gutes Design, moderne Schnitte, ein fair kalkulierter Preis, Genuss, Familie, Freunde und eine gewisse Leichtigkeit.
Gleichzeitig war mir wichtig, dass Enzo Escoba einen klaren Bezug zu München hat. Daraus hat sich über die Jahre unsere Positionierung als „Munich’s first Italian fashion label“ entwickelt. Wir verbinden italienische Inspiration mit einem modernen Stil und versuchen, daraus eine eigenständige Handschrift zu entwickeln.
LifeVERDE: Wie würdest du den Stil von Enzo Escoba beschreiben und was zeichnet eure Kollektionen besonders aus?
Fabio: Unser Stil ist italienisch inspiriert, modern und alltagstauglich. Wir bewegen uns zwischen Streetwear, Casualwear und zunehmend auch etwas eleganteren Produkten. Dabei versuchen wir, nicht jedem kurzfristigen Trend hinterherzulaufen.
Typisch für Enzo Escoba sind klare Schnitte, ausgewählte Stoffqualitäten und Motive, die einen Bezug zu Italien, München oder dem Lebensgefühl unserer Marke haben. Themen wie Aperitivo, Espresso, Pasta, La Dolce Vita oder italienische Alltagskultur greifen wir immer wieder auf und interpretieren sie auf unsere eigene Art.
Bei den Schnitten arbeiten wir sowohl mit Oversized- und Boxy-Passformen als auch mit regulären Schnitten. Viele unserer Produkte sind bewusst unisex konzipiert. Gleichzeitig bauen wir aktuell auch unser Angebot speziell für Frauen weiter aus.
LifeVERDE: Welche Materialien verwendet ihr für eure Produkte und nach welchen Kriterien wählt ihr diese aus? Gibt es bestimmte Materialien, Herkunftsnachweise oder Zertifizierungen, die dabei eine wichtige Rolle spielen?
Fabio: Bei einem großen Teil unserer Kollektion setzen wir auf 100 Prozent Bio-Baumwolle. Für uns spielen insbesondere Haptik, Haltbarkeit, Passform und Verarbeitungsqualität eine wichtige Rolle. Ein T-Shirt soll sich beispielsweise nicht nur beim ersten Anprobieren gut anfühlen, sondern auch nach vielen Wäschen noch funktionieren.
Wir arbeiten deshalb mit unterschiedlichen Stoffgewichten und Qualitäten. Unsere klassischen T-Shirts liegen beispielsweise häufig im Bereich von etwa 190 bis 210 Gramm, Hoodies bei rund 350 Gramm.
Bei anderen Produktgruppen, beispielsweise Jacken, kommen je nach Funktion auch andere beziehungsweise recycelte Materialien zum Einsatz.
Bei Nachweisen und Zertifizierungen schauen wir produkt- und lieferantenbezogen darauf, was tatsächlich vorliegt. Wir haben eine Liste von Zertifikaten und Anforderungen definiert, die ein Lieferant erfüllen muss, damit wir ihn bei uns aufnehmen und listen.
LifeVERDE: Wo werden eure Produkte hergestellt und nach welchen Kriterien wählt ihr eure Produktionspartner aus? Welche Nachweise oder Informationen berücksichtigt ihr dabei zu sozialen und ökologischen Anforderungen?
Fabio: Wir arbeiten je nach Produktgruppe mit verschiedenen Produktions- und Veredelungspartnern zusammen. Unsere Produkte beziehungsweise Bestandteile unseres Sortiments kommen unter anderem aus der Türkei, Portugal, Bangladesch, China und Deutschland. Ein Teil der Veredelung, beispielsweise Stick oder Druck, erfolgt auch direkt bei uns in Unterschleißheim.
Bei der Auswahl unserer Partner spielen Qualität, Zuverlässigkeit, Kommunikation, Produktionsmöglichkeiten und auch die Bedingungen der Herstellung eine wichtige Rolle. Gerade als kleinere Marke ist eine langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern für uns entscheidend.
Bei sozialen und ökologischen Anforderungen orientieren wir uns an den Dokumentationen, Nachweisen und Zertifizierungen, die uns die jeweiligen Lieferanten zur Verfügung stellen. Gleichzeitig möchten wir transparent bleiben: Wir verfügen nicht über eine eigene internationale Audit-Abteilung und können daher nicht jede Produktionsstufe permanent selbst kontrollieren. Umso wichtiger sind für uns nachvollziehbare Informationen und Nachweise unserer Partner.
LifeVERDE: Welche konkreten Maßnahmen habt ihr bisher umgesetzt, um die Auswirkungen eurer Produktion auf Umwelt und Menschen zu verbessern? Wo seht ihr gleichzeitig noch Herausforderungen oder Verbesserungspotenzial?
Fabio: Ein wichtiger Punkt ist für uns zunächst die Materialauswahl. Bei vielen unserer Textilien setzen wir auf Bio-Baumwolle und achten auf Stoffqualitäten, die auf eine möglichst lange Nutzung ausgelegt sind. Für mich gehört Langlebigkeit zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Mode.
Zusätzlich haben wir mit dem EE Fashion Circle ein eigenes Rücknahmekonzept entwickelt. Kundinnen und Kunden können Enzo-Escoba-Produkte nach einer gewissen Nutzungsdauer wieder an uns zurückgeben. Unser Ziel dahinter ist, stärker über den klassischen Ablauf „kaufen, tragen, entsorgen“ hinauszudenken.
Beim Versand bieten wir außerdem DHL GoGreen an. Darüber hinaus unterstützen wir regelmäßig soziale Projekte und Organisationen. Gesellschaftliche Verantwortung gehört für mich zur Entwicklung der Marke genauso dazu wie ökologische Themen.
Trotzdem würde ich niemals behaupten, dass wir bereits am Ziel sind. Gerade bei Themen wie vollständiger Lieferkettentransparenz, Verpackungen, Transportwegen, Materialalternativen und Kreislaufwirtschaft gibt es für uns noch viel Entwicklungspotenzial. Entscheidend ist für mich, nicht mit Perfektion zu werben, sondern Jahr für Jahr konkrete Verbesserungen umzusetzen.
LifeVERDE: Was dürfen wir in Zukunft von Enzo Escoba erwarten? Welche Produkte, Kollektionen oder Entwicklungen stehen bei euch aktuell besonders im Fokus?
Fabio: Wir wollen Enzo Escoba Schritt für Schritt zu einer umfassenderen italienisch inspirierten Lifestyle-Marke entwickeln. Bekleidung bleibt dabei unser Kern, aber wir denken die Marke bewusst größer.
Aktuell beschäftigen wir uns besonders mit der Weiterentwicklung unserer T-Shirts, Hoodies und Sweater, unserer Business-Kollektion sowie mit Outerwear. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau unserer Damenkollektion. Hier haben wir zunächst mit einem kleineren exklusiven Drop begonnen und möchten das Sortiment künftig deutlich weiterentwickeln.
Daneben entstehen immer wieder Produkte rund um Themen, die zu unserer Community und unserem Lebensgefühl passen, beispielsweise Padel oder unsere beiden Düfte. Für mich muss aber jedes neue Produkt einen nachvollziehbaren Bezug zur Marke haben.
Unser Ziel ist deshalb nicht, möglichst viele verschiedene Artikel auf den Markt zu bringen. Enzo Escoba soll eine klare Handschrift behalten und sich als eigenständige Marke weiterentwickeln: italienisches Lebensgefühl, München als Heimat und Produkte, die man gerne und möglichst lange trägt.





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