Interview mit Fabio Di Salvo aus dem "beyond business Magazin"
- Raffaela Marchal
- 20. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Als Fabio Vincenzo Di Salvo 2017 den Grundstein für Enzo Escoba legte, war sein „Büro“ ein Wohnzimmer, sein Startkapital gerade einmal 7.000 Euro und seine Vision umso größer. Er wollte Mode schaffen, die nicht nur gut aussieht, sondern sich gut anfühlt – für die Haut, für das Gewissen und für die Gemeinschaft. Ohne Modeausbildung, aber mit klarem Wertekompass machte er sich daran, faire Materialien, soziale Verantwortung und stilistische Klarheit zu verbinden. Der Anspruch: schlichte, hochwertige Kleidung mit italienischem Lebensgefühl und Münchner Streetstyle, die ein Zeichen setzt gegen schnelle Trends und billige Kompromisse.
Heute steht Enzo Escoba für nachhaltige Mode, die glaubwürdig bleibt – und für einen Gründer, der Verantwortung als festen Teil seines Unternehmertums versteht. Im Interview spricht Fabio darüber, wie sich seine Marke entwickelt hat, was ihn antreibt und welche Herausforderungen ihn stärker gemacht haben.
Interview mit Fabio Vincenzo Di Salvo, Gründer von Enzo Escoba
Wie würdest du Enzo Escoba jemandem beschreiben, der die Marke noch nie gesehen hat?
„Stell dir vor, du nimmst das Lebensgefühl aus einem Abend in Italien, mischst es mit Münchner Streetstyle und packst das Ganze in faire, nachhaltige Kleidung. Genau das machen wir. Unsere Teile sind bewusst schlicht, aber nie langweilig. Klare Schnitte, hochwertige Materialien, kleine italienische Details. Du sollst ein Hoodie oder ein Shirt morgens anziehen und das Gefühl haben, dass es einfach immer passt – im Büro, beim Aperitivo, im Stadion oder auf dem Sofa.“
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus – oder gibt es den gar nicht?
„Einen wirklich typischen Tag gibt es bei mir kaum. Aber es gibt gewisse Routinen, die sich immer wieder durchziehen. Meistens startet alles mit einem Espresso und Überblick. Ich schaue als erstes in die Zahlen, in die offenen Bestellungen und in die Mails. Was lief im Online Shop, was wird im Store gebraucht, welche Anfragen sind reingekommen. So bekomme ich ein Gefühl, wo gerade die größte Aufmerksamkeit hin muss. Danach wird es meistens ziemlich bunt. An einem Tag sitze ich an neuen Designs und am nächsten Tag bin ich im Store oder bei unseren B2B Kunden. Zwischendurch passiert immer viel Organisatorisches, wie Personal, deutsche Bürokratie usw. Was aber fast jeden Tag gleich ist. Ich versuche immer, nah an der Marke zu bleiben. Ob ich gerade über ein neues Motiv nachdenke, mit jemandem über Nachhaltigkeit spreche oder mit einer Kundin im Store lache. Am Ende geht es immer darum, dieses La Dolce Vita Gefühl glaubwürdig rüberzubringen und gleichzeitig ein Unternehmen zu führen, das fair und langfristig gedacht ist.“
Was war bislang die größte Herausforderung im Aufbau der Marke?
„Die größte Herausforderung war, ehrliche Nachhaltigkeit mit einem coolen Look zu verbinden, ohne dass es nach Öko Mode aussieht. Dazu kommen die ganzen unternehmerischen Themen wie Cashflow, Produktionen, Risiken und Entscheidungen, die am Ende immer auf meinem Tisch landen. Was viele nicht sehen. Der Preis dafür ist oft meine Zeit. Ich bin viel unterwegs, arbeite abends und am Wochenende und sehe Freunde viel seltener, als ich eigentlich möchte. Umso dankbarer bin ich, dass ich eine Hand voll Menschen um mich habe, die das verstehen und mich trotzdem supporten.“
Welche Musik läuft bei dir, wenn du kreativ wirst?
„Wenn ich kreativ werde, läuft bei mir alles durcheinander im besten Sinne. Ich springe von hartem Deutschrap zu amerikanischem HipHop, dann plötzlich zu italienischen Klassikern wie ‚Sarà perché ti amo‘ und manchmal auch zu deutschen Legenden wie Wolfgang Petry. Hauptsache Gefühl, Energie und ein bisschen Chaos im Kopf, dann kommen die besten Ideen.“
Wie definierst du Erfolg für dich – unabhängig von Zahlen?
„Erfolg ist für mich, wenn sich das, was ich tue, stimmig anfühlt. Wenn Menschen unsere Teile tragen und sich gut darin fühlen. Wenn ich weiß, dass die Produktion fair ist und wir mit Projekten wie unserem sozialen Engagement wirklich etwas zurückgeben. Und wenn ich trotz allem Trubel das Gefühl habe, ich bleibe mir selbst treu und wachse als Mensch. Zahlen sind wichtig, klar. Aber am Ende geht es mir darum, abends heimzukommen und sagen zu können. Heute habe ich nichts Verrücktes versprochen, sondern etwas Sinnvolles aufgebaut.“
Welcher Film oder welche Serie hat dich zuletzt richtig beeindruckt?
„Zuletzt hat mich die Serie MANIFEST auf Netflix richtig gepackt. Diese Mischung aus Mystery, Schicksal und der Frage, warum Dinge im Leben genau so passieren, hat mich voll abgeholt. Dieses Gefühl von ‚Du weißt nicht, was kommt, aber du gehst trotzdem weiter‘ passt auch irgendwie zu meinem Unternehmeralltag.“
Welche Angst oder Unsicherheit hat dich langfristig stärker gemacht?
„Eine große Angst war immer die Angst vorm Scheitern. Gerade am Anfang von Enzo Escoba hatte ich oft das Gefühl. Was, wenn das alles nicht klappt. Wenn keiner die Sachen kauft. Wenn ich mich komplett verrannt habe. Mit der Zeit habe ich gemerkt. Diese Angst hat mich vorsichtiger, demütiger und bodenständiger gemacht, aber sie hat mir auch gezeigt, wie wichtig Mut ist. Mut, neue Wege zu gehen, Dinge anders zu machen und auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Meine Unsicherheit oder Angst sorgt heute dafür, dass ich besser plane und gut zuhöre. Mein Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen, treibt mich dazu, innovativ zu bleiben und immer wieder Neues auszuprobieren.“
Mit dieser Mischung aus Mut, Demut und konsequenter Wertetreue zeigt Fabio Vincenzo Di Salvo, dass Enzo Escoba nicht nur eine Modemarke ist – sondern der Beweis, dass aus einer klaren Vision und 7.000 Euro Startkapital ein Unternehmen entstehen kann, das Haltung glaubwürdig lebt.
Autorin: Raffaela Marchal | Adin-Agency









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